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Full text of "Korrespondenzblatt"

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Correspondenz-Blatt 



der 



deutsche^ Gesellschaft 

für 

Anthropologie. Ethnologie und Urgeschichte. 



XIX. Jahrgang- 

es». 



Hedigirt von 

Professor I)r. Johannes Ranke in München 

Generalsekretär der Gesellschaft. 



München. 

Akademische Buchdruckerei von F. Straub. 
I»*S. 



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1 

. 1. 


•W 

Inhalt des XIX. Jahrgangs 1888. 

R. Andrec. Ein Opfemltar (?) aut der Hörnekuppe 


Saiti* 

1 




J. UaNftnävitiu-*, Pr., 1 eher die Bestimmung der Schaalsclieere in litauischen Gräbern . 


| 






4 




I. Nachtrag «um Berichte der XV111. allgemeinen Versammlung zu Nürnberg 1887: 






Mies, L>r. . Kurze Beschreibung kraniometnsrher Instrumente ... 


5 




K Hödiger, Die Druiden-, Feen-. Teufels-, Heiden-, Schalen- Näpfchen und llecken»teine 






und ihre wahre Bedeutung 


6 






8 


kl 


C. Hennig. Prof.. Bemerkungen zu dem Krötenlunde bei Grobem 


» 


£ 


Sch i iej>hacke*Grouckel, ür.. Abnorme Behaarung 


lo 




M. Schlosser. Pr.. Ueber Höhlenfunde von leldmtthte bei Eichstädt, Ansgegraben von Herrn 








IO 




Mittheilungen aus deu Lokal vereinen: Münchener anthropologische Gesellschaft: 






C. Kupffer, Prof. Pr., lieber die Zirbeldrüse des (Jehirns .... 


11 




Kuhn, Prof. Pr„ Ueber die melaneKiscben Sprachen in ihrem Verhältnisse zu den Sprachen 






des malaviwhen Archipels und Polynesiens ........ 


12 




Anthropologischer \ erein in Scnleswig-Holätein : 






Handeliuunn, l eber ein Steingnib 1 Gangbau) bei Wittstedt m Nordschleswig: Holmsbuus- 






Hügel 


14 






M 




Kleinere Mitthei hingen 


16 


»• 


Max Schlosser. L>r.. lieber Säuget hier- und Vogelreste aus den Ausgrabungen in Kempton 








17 




Mittheilungen aus den Lokalvereinen : Anthropologischer Verein in Schleswig-Holstein: 




1 


Handohnann, Leber ein Steingrab (Gangbau) be; Wittstedt in Nordschleswig: Holinshuus- 




Q 


Hügel (Schlusa) 


23 






•24 


ft, 4. 


B. r. Lijiencron. Ein Kunenfund 


25 




.v Kölliker. lieber die Entstehung des Pigmentes in den Oberbau tgebildeu 


27 




Jittheihingeri au» den Lokalvereinen: Anthropologischer Verein zu Leipzig: 




H 


Schmidt, Dr.. Heber die Methoden bildlicher Darstellung in den Naturwissenschaften. 






speciell in der Anthropologie 


30 










Rusch ad. Pr. med., Ueber die von ihm vorgenommenen Ausgrabungen in Gleinau . 


31 


■ ti 


Kleinere Mittheilnngen 


31 






82 


Rr. 


Einladung zur XIX. Allgemeinen Versammlung in Bonn 


33 


LI 


Albert Schmidt, Noch einmal die Druiden-. Teufels-, IIexen-SchüsM*ln und Opfersteine 


33 




Mittheilnngen aus den Lokalvereinen : Verein von Alterthumsfreunden in Uumenlmusen : 




B 


Eidam, Dr., Grabhügel bei Ramtberg. Mischelbach, Dittenheim 


35 


n* 


Kleinere Mittheiluugen 


an 


11 




37 


T ' 


Gg. Bu schau. Dr. med. et nhil.. Die dritte Hauptversammlung der Niederlausitzer Gesellschaft 






für Anthropologie und Urgeschichte in Guben 


(1 




Mitt bedungen aus den Lokalvereinen: Münchener anthropologische Gesellschaft: 






Fritz Hasselmann. Ueber alGLgyptiaehe Textillunde in Oberilgypten .... 


45 


|~|f 


Kleinere Mittheilnngen ... 


48 


p. 


A. Vierling. Prähistorische Hügel an der Waldnab 


49 




Mittheilnngen ans den Lokalvereinen; Münchener anthropologische Gesellschaft: 




1 


Fritz Hasselmann: Ueber ultägyptische Textilfunde in Oberftgypten (Schluss). 


51 


1 


Anthropologischer Verein zu Leipzig: 






Leskien, Dr.. Ueber das ausgestorbene Slaveuthum in Norddeutschland 


52 




Andre«*, Dr.. Ueber die Spiele in ihrer ethnographischen Bedeutung 


53 




Kleinere Mittheilung . 


55 


1 


Literaturberichte 


55 


F* v 


H. Handel mann. Zu der Kröte von Grfibern 


57 




Mittheilungen aus den Lokalvereinen: Leipziger Lokalverein 






Veckenstedt, Dr.. Vortrüge . 


58 


1 


Kleinere Mittheilungen ... 


61 


I 




62 




VII. Internationaler Ainerikunisten-Kongre<H 


65 


| 







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. 9 . 




Berinn ttber dl» XIX. allgemeine Versammlung Boan 

Eiste Sitzung. 

Vemicbniss ^^Theünchmer^ X ' X all * en,eln, ' n Versammlung «u Bonn 
l1.'.,!tn“ ifl ' aUa J eri • , Vor **t»*nder, Erflffnungredc 

yÄ Rbe i u ° F ried r. - W ul m^U^Temtlil 'fion n ° '<•*'<”. als Ver 

r„d"mhg|^ 'ä*Ä 

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ichus*e» 



10 n er, r- Zweite Sitzung. 

"l«h«W Scbaaffh.u.en einleitend 

«fctS t», dem de. Aschen 
V U Dritte Sitzung, 

*1 C |1 * ” k ,l <V/i cliea ** ** '***** * Zu Wald ^er II. SiUun» 

i h r ‘'?£ e ' e *'^ 

5chu:iHhft„*en. Geschäftliche* 

\i«, Ue * au Ue ^' r CT P riiühe AJterthönier 

Suderlande. 

U - ... Vierte Sitzung. 

II u IV' r, ,,' 1 "' Ver ' ,,;h ' eJe " , ‘- i ' gleicher SchidaHndice. 

Sh „t IW 1 Fortsetiung.) 

Wahl des Orts ( Wie a) mjlr^le^ ' i kt,» "der Xl‘ an 1 "' 1 “ dt ' r 

V Schaaffbausen, Baron von Andren Vr ZTZ" Ver *»““'“«*- ««• 

Schaaffha ^e“n . ro. Ue'co, 

E. Schmidt. I> r ., l T eber Vorerbumr indhSli ff' ,,or ^’ L>le Anthroiiologie in Amerika 
j. Ernas. Heber L“‘ J,T,dut - 11 Pr «» rb -®« Eigenschaften 



. ... -- v. 'vinvunK >UU 

p ; u *? er »Ite britische Münzen . 

l»a i I ank an ,,<fn Herrn Vorsitzenden 

II V fr( tI.O, OJ; iJ r r Y Kno V hen J[ l,n<i< ’ ™n V.iklind.ofcn 
' Sigminngcn Kunde auf dem Reihengrttberftlde in rtntenstmn bei 

Literat urherirht: Archäologisches von Kyprns • ♦ 

(Fortsetzung der Nachträge «um Bericht der XIX. allgcm. Versammlung in Bonn in Nr. 1 ist» ) 



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Correspondenz-Blatt 

der 

deutschen Gesellschaft 

fOr 

Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte. 



liedig\rt von Professor Dr. Johanne# HanJee in München. 

OemraUetretär Aar (hntUachafl. 



XIX. Jahrgang. Nr. 1. Erscheint jeden Monat. JanilBr 18BB. 

Inhalt: Ein Opferaltar (?) auf der Hörnekuppe. Von H. And ree. — Ueber die Bestimmung der Sehaaf- 

•eheero in li t a u ischen Gräbern. Von Dr. J. Bacanivifiaa. — LiUrniturbesnrechungen: J. Hermann 
und .1. Jastrow: .lahrexbericbte der Gefichichtawisflenschaft. — L>r. Mus: Uhle: Geber die etknolo- 
gische Bedeutung der Malaiischen Zabnleilung. — I. Nachtrag zum Berichte der XVIII. allgemeinen 
Versammlung zu NHrnberg 1S87: Dr. Mies: Kurze Beschreibung der k ran iometri sehen Instrumente. 
— F. Rüdiger: Die Druiden-, Feen-, Teufels-, Heiden-, Schalen-Näpfchen und Beckensteine und 
ihre wahre Bedeutung. — Aufruf fOr ein A. Ecker- Denkmal. 



Ein Opferaltax (?) auf der Hörnekuppe. 

Von R. .And ree. 

Dass die Gegend an der Werra sehr reich an i 
prähistorischen Deukmälern ist, die ihrer näheren 
Untersuchung noch harren, hat kürzlich R. Andree 1 
(Verhandlungen der Berliner Anthropologischen 
Gesellschaft 16. Oktober 1886) nachgewiesen. 
Jetzt finden wir in dem zu Allendorf erscheinen- 
den Werra -Boten vom 26. November 1887 
einen L. Steinfeld Unterzeichneten Artikel , der 
über die Auffindung eines „Opferaltars“ an der 
Hörnekuppe, rechtes Werraufer zwischen Eschwege 
und Allendorf, handelt. Derselbe liegt eine halbe 
Stunde östlich von Hitzelrode in der Richtung 
auf Pfaffensch wende noch auf hessischem Boden. 
Der Verfasser schreibt: 

„Hoch oben auf dem Kalkfelseu , an einer 
Stelle, wo man das ganze wildromantische Thal 
übersiebt, befindet sich in der That eine uralte 
germanische (oder keltische?) Kultusstätte, näm- 
lich ein hoher Ringwall, in dessen Mitte sich ein i 
wohl erhaltener, roher heidnischer Opferaltar be- 
findet. Auf einer 2 1 /% Fuss im Geviert grossen 
steinernen Unterlage liegt eine nach der Thalseite 
ein wenig gesenkte etwa 15 Zoll dicke Kalkstein- 
platte von 20 Fuss Umfang. Ob die Senkung 
eine zufällige oder absichtlich hervorgerufene, lässt 
sich schwer sagen. 

Rings um die Steinplatte, welche ich geneigt 
bin für einen Opferaltar zu halten, aber innerhalb 
des Kingwalles sind im Halbkreise eine Anzahl 
Felsplatten unordentlich gelegt bezw. durcheinander 



geworfen, welche möglicherweise als Sitze der 
Opferpriester und Häuptlinge gedient haben. Es 
ist möglich , dass beim Aufräumen des Platzes 
sich noch Manches aus vorgeschichtlicher Zeit vor- 
findet. 

Im Volksmunde heisst der Opferaltar der 
„Wolfstisch“. Diese Bezeichnung deutet auf 
Wodanskultus hin, Wölfe und Raben waren nach 
der Vorstellung der alten Deutschen Wodans 
8end boten. 

Fachgelehrte mögen entscheiden, was Wahres 
an meiner Vermuthung ist. Meines Wissens ist 
diese Kultusstätte auswärts noch gänzlich unbekannt 
und nirgends beschrieben; es ist zu wünschen, 
dass sie genau durchforscht, dabei aber möglichst 
in dem jetzigen Zustand erhalten werde.“ 

Ueber die Bestimmung der Schaafscheere 
in litauischen Gräbern. 

Von Dr. J. Baeanävi^iuH. 

Es ist eine allbekannte Thatsacbe, dass bei 
Ausgrabungen alter Gräber ausser Knochenresten 
auch verschiedene Beigaben von Metall, Thon vor- 
gefunden werden. W esshalb die sogenannten 
„prähistorischen“ Völker Europa’» die Gewohnheit 
hatten, ihren Verstorbenen verschiedene Kostbar- 
keiten beizulegen, darüber ist man, meiner Ansicht 
nach , so ziemlich im Unklaren. Anders verhält 
es sich mit den Litauern, deren Religion, Sitten 
und Gebräuche aus der vorchristlichen Zeit uns 
ziemlich genau bekaunt, und daher auch im Stande 
sind ein gewisses Licht Uber das Vorhandensein 

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